Festival Encore

So unterschiedlich die körperlichen Grenzen sind, die sie ausloten, eines ist den Encore-Künstlern gemein: Sie alle erzählen Geschichten. Davon, wie lächerlich man dastehen kann beim Versuch, alles richtig zu machen oder dass Vergeblichkeit zum Leben gehört, dass zusammen vieles besser geht, Liebe Flügel verleiht, wir eigentlich alle im selben Boot sitzen und dass aller Ernst auch eine heitere Seite hat – was auch umgekehrt gilt. Kleine Geschichten aus dem Alltag: Das Dasein, ein Balanceakt.

Der Zauber des Festival Encore, seit 2021 bereits drei Mal auf die Straße gebracht von der TheaterCompagnie LION und dem Theaterschiff Maria-Helena in Saarbrücken, entfaltet sich unter freiem Himmel aus dem Zusammenspiel von artistischer Poesie, Humor und Lebensnähe.

Straßentheater zu fotografieren bedeutet – ähnlich wie im Schauspiel oder der Oper – ein gebautes Bild einzufangen und die Intention des Stücks oder der Szene in einer einzigen, sprechenden Momentaufnahme aus dem Geschehen herauszuschneiden. Zugleich ist der Hintergrund Herausforderung: Wo auf der Bühne Vorhang und Kulisse den Blick fokussieren, lenkt auf der Straße das Hintergrundgeschehen ab: befahrene Straßen, Spielplätze, Hausfassaden, vorübereilende Passanten – die Artisten arbeiten täglich mit der Herausforderung dieser Unruhe, wenn sie ihr Publikum aus der Menge heraus versammeln und es dem Alltag entheben. Dieser visuellen und szenischen Herausforderung stellt sich auch die Fotografie – die Bilder entstehen in einer Melange aus Straßen- und Theaterfotografie.